Die
blauen Augen von Terence Hill
Von: Jörg Albrecht (Text), Susanne Berthold (Regieassistenz),
Matthias Grübel (Musik), Nina Hofstötter (Produktion),
Janna Horstmann (Schauspiel), Katja Kettner (Produktion),
Steffen Klewar (Regie/Schauspiel), Katharina Oberegger (Ausstattungsassistenz),
Caspar Pichner (Ausstattung), Ian Purnell (Video), Wilma Renfordt
(Dramaturgie), Oliver Szewc (Technische Leitung), Sebastian
Thiers (Schauspiel), Mathias Znidarec (Schauspiel)
Spielzeit 2011/2012, Hebbel
am Ufer, Berlin, Steirischer
Herbst, Graz, Theaterhaus
Jena
Premiere: 12. Oktober 2011
Bud Spencer und Terence Hill sind wieder
da. In den billigen Western-Kulissen eines Freizeitparks für
Arbeitslose drehen sie ihren neuen Streifen. Dabei gilt wie
gehabt: Prügeln, saufen, Bohnen fressen!
Zwanzig Jahre nach dem VHS-Genuss im Kinderzimmer lassen wir
die Antihelden unserer Kindheit noch mal antreten, um gewieft
großen Schurken und fiesen Bürokraten das Handwerk
zu legen. Dem Standard von sozialverträglicher Unterversorgung
und Überproduktion setzen wir den Entwurf einer anderen
Welt entgegen. Unsere H4 World ist offen für solidarische
Tricksereien und nachhaltige Verschwendung, für arkadisches
Nichtstun und eine rastlos flexible Sozialität. Bud Spencers
wirbelnde Fäuste machen es vor.
In einer Zeit, in der nur die verschwenden dürfen, die
schon immer zu viel hatten, werfen Spencer und Hill virtuos
alles über den Haufen. Aber sind die Western-Helden noch
dagegen, oder ist ihr parasitäres Joint Venture von Superarm
und Superreich bloß eine weitere Säule der neoliberal-flexiblen
Wirtschaftsordnung?
Koproduktion: steirischer herbst, HAU (Berlin), Theaterhaus
Jena & uniT (Graz) Gefördert durch den: Hauptstadtkulturfonds
& den Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei
– Kulturelle Angelegenheiten
Auf in die Problemzonen! Ins Aerobic-Studio und in die dunkle
Stadt Sogo, an die Front, nach Vietnam, Afghanistan, in den
urbanen Einzelkampf. Jane Fonda [spärlich bekleidet]
ist Barbarella ist Hanoi-Jane ist Karl-Theodor zu Guttenberg*,
unermüdlich im Einsatz für knackige Rundungen, ein
friedliches Universum und die Optimierung ihrer selbst. Aus
der Ur-Tiefe des provinziellen Raums kommend [Kalifornien
oder Franken] trainiert sie Körper, Kriege und Identitäten
so lange, bis sie auch ungeschminkt ganz authentisch aussehen.
Im art-biz! Im love-biz! Im war-biz!
Und auch Du kannst Dich fit machen! Komm in unseren Container,
vor unseren Screen, zu unserem Workout und: Nimm die Dinge
selbst in die Hand, bei unserem kleinen Crashkurs für
Rekruten im Stadtraum des 21. Jahrhunderts! Also: Seien Sie
einfach, wie Sie sind, und Sie werden so sein wie ich! Alright?
Are you ready? [CLAP] Yeah. Let‘s go!
Eine Produktion von copy & waste für die Comic-Theater-Tage
„Reality Kills“ des Maxim Gorki Theater Berlin.
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
ORLAC HAND OUT
Mission Invisible 1
Von: Jörg Albrecht (Text), Silke Bauer (Raum/Kostüm),
Martin Dueller (Dramaturgie/Produktion), Matthias Grübel
(Musik), Janna Horstmann (Schauspiel), Steffen Klewar (Regie/Schauspiel),
Anna Rot (Schauspiel)
Spielzeit 2010/2011, Theater
am Lend, Graz/Ringlokschuppen,
Mülheim/Schauspielhaus Wien
Premiere: 15. Dezember 2010
Ich
bin um drei Uhr morgens aufgewacht und habe mich mit zwei
neuen Händen gesehen. Und ich hatte Angst. Angst, ich
könnte vom Raum um mich herum mit diesen Händen
nichts greifen. Und dann lag ich wach bis zum Morgen, denn
immer wenn ich die Augen schloß, hatte ich diese Hände.
Es waren nicht meine. Nicht. Es waren nicht meine, aber ich
weiß auch nicht, wem sie gehörten.
Eine Pressekonferenz: Die Regisseurin Doris Delay und ihre
Crew sprechen über ihren neuen Film, ein Remake des Stummfilms
Orlacs Hände von Robert Wiene. In dem verliert ein Pianist
seine Hände und bekommt neue transplantiert – die
eines Mörders. Daraufhin wird er hysterisch. Und auch
die Pressekonferenz zum Remake verfällt der Hysterie:
Produzenten, Kameraleute und Special Effects-Experten tauchen
auf und ab. Franz Fuchs, die Sieben Millionen Dollar Frau
und Mariah Carey sind auch dabei. Reale Geschichten von verlorenen
Händen schießen zwischen die Fiktion, bis fact
und fiction ununterscheidbar werden.
Überhaupt: Was ist das echte Leben, das uns aufgeschwatzt
wird, in Reality-Formaten im Fernsehen und anderswo? Und was
ist mit dem unechten Leben, wenn wir spielen, vor der Kamera?
Ist das nur das Test Screening? Kommt, geht los, nennt meinen
Namen, macht ihn bekannt, tragt die Reste dessen zusammen,
was ich war. Wie schon Johnny Depp sagt als Edward mit den
Scherenhänden: I’m not finished.
ORLAC HAND OUT versammelt alle möglichen Prothesen: künstliche
Hände, Krücken, Rollstühle, Sexspielzeug und
Kameras. Was macht die Grenzen aus, die entstehen, wenn Glieder
amputiert, transplantiert oder ersetzt werden? Und warum ist
Oscar Pistorius, Läufer aus Südafrika, mit Unterschenkeln
aus Karbon, eher Technologie als Mensch, aber Lionel Messi,
der Hormonspritzen bekam, um größer zu werden,
nicht?
Hysterical glamour!
Eine Koproduktion von copy & waste, uniT
Graz und Ringlokschuppen,
Mülheim, gefördert durch: Stadt Graz, Land Steiermark
und Österreichisches Bundesministerium für Unterricht,
Kunst und Kultur
Guerilla Green Screen
Trans Europa Exzess 1b
Ein Hörspiel in 15 Minuten. Von und mit: Jörg Albrecht,
Matthias Grübel, Janna Horstmann, Steffen Klewar, Wilma
Renfordt
Spielzeit 2010/2011, Hebbel
am Ufer, Berlin
Premiere: 13. November 2010
copy & waste stellen einen vertikalen Garten auf, als
Green Screen. Davor: Uschi Obermaier, Andreas Baader und Bernward
Vesper auf dem Horrortrip des 20. Jahrhunderts. Darin: dieselben
Protagonisten, diesmal beim Workout im Guerillagarten. Narzissen
für das Gut des Nazidichtervaters, Ziergärten auf
Verkehrsinseln und Killerpflanzen im Kurs für Problemmigranten.
So wollen sie sie bauen, die Stadt der Zukunft. Wer ist der
größte Verbrecher? Der menschliche Guerillero oder
der pflanzliche Architekt? Oder Yona Friedman, der sagt: Der
Überlebensguerillero führt keinen Krieg gegen die
Industriegesellschaft, er ignoriert sie und beschäftigt
sich mit sich selbst.
Eine Produktion von copy & waste für das Festival
"Zellen, Life Science - Urban Farming" am Hebbel
am Ufer, Berlin.
Hörspiel-Stream
The Or Or Girls
Trans Europa Exzess 2
Von: Jörg Albrecht (Text), Matthias Grübel (Musik),
Janna Horstmann (Schauspiel), Steffen Klewar (Regie), Caspar
Pichner (Bühne), Wilma Renfordt (dramaturgische Mitarbeit),
Tobias Schuster (Dramaturgie), Joachim Weber (Video)
Spielzeit 2009/2010, Festival UNITHEA,
Frankfurt (Oder)
Premiere: 15. Juni 2010
Drei Kinos auf einmal werden eröffnet oder wiederbelebt:
das Lichtspieltheater der Jugend in Frankfurt, das Kino Piast
in Slubice und das Autokino Copyriot unter der Stadtbrücke,
direkt an der Oder. Leider können wir uns mal wieder
nicht entscheiden und sitzen in allen Kinos gleichzeitig und
sehen eine Mischung aus drei Filmen.
Heraus kommt ein bizarrer Splatterfilm und Thriller: Gebäude
in der deutsch-polnischen Grenzregion werden systematisch
verstümmelt. Welcher kranke Killer steckt dahinter? Ein
Privatdetektiv und eine Reporterin finden allerhand heraus:
über die oberste Etage des Oderturms, über die Unbeständigkeit
des Flusses und über Sextourismus in rotten Europe.
Der Trash-Kino-Klassiker The Gore Gore Girls wird
zur Folie, vor der copy & waste lokale Architektur und
europäische und globale Machtordnungen untersuchen. Machen
sich die Städte in der Grenzregion so hübsch, um
einander zu übertrumpfen, oder um sich zu daten? Leben
wir alle nur in den Bildern, die wir von uns wollen, bis wir
selbst diese Bilder sind? Und: Glaubt die Schauspielerin Janna
Horstmann wirklich, dass sie Erika Steinbach ist? Der Splatter-Kapitalismus
schlägt zu und eröffnet einen neuen Akt in der Tragödie
der Sichtbarkeit. Keine Sorge, ihr seid schon mittendrin.
In screaming color!
Eine Produktion von copy & waste für das Festival
UNITHEA,
Frankfurt (Oder)
WASTELER 1&2 - aus der Reihe: Das kleine
Plattenspiel
Von: Jörg Albrecht (Text), Bernd Biemüller (Technik),
Matthias Grübel (Musik), Janna Horstmann (Schauspiel),
Steffen Klewar (Regie/Schauspiel), Caspar Pichner (Bühne),
Wilma Renfordt (Dramaturgie), Torsten Schwarzbach (Technik),
Nicolai Sinn (Assistenz), Sebastian Straub (Schauspiel), Joachim
Weber (Video) & friends
Spielzeit 2009/2010, Plattenvereinigung,
Berlin & Theater
Chemnitz
Premiere WASTELER 1: 20. Mai 2010, Premiere WASTELER 2: 27.
Mai 2010
"Unser Problem ist nicht die Mauer. Unser Problem sind
die Männer."
(aus Wieland Specks Westler)
Das erste, was man sieht, sind Hochhäuser in L.A. Dabei
sind wir doch eigentlich irgendwo im Herzen einer ostdeutschen
Metropole, oder nein, ganz nah an der Mauer, aber in Westberlin.
Da, wo Berlin am meisten Drehschreibe ist zwischen Ost und
West. Und auf der dreht und dreht und dreht sich eine Platte:
West of the wall, mit fünfundvierzig Umdrehungen pro
Minute, und schon sind wir mittendrin im kleinen Plattenspiel.
Wir setzen sie fort, unsere Kunst des niederen Abschreibens!
Abgeschrieben wird noch einmal aus einer ziemlich langen Geschichte
mit Namen Berlin. Und aus der Geschichte von Alt- und Neubauten
in Chemnitz, the city formerly known as Karl-Marx-Stadt. Es
sind Gespenster, die uns verfolgen, mal in einer Untergrundbahn,
die durch bewachtes Feindgebiet geistert, mal auf einem einst
bevölkerten und jetzt ausgestorbenen DDR-Einkaufsboulevard.
Wasteler 1&2 bringt die Gebäude aus Beton und Ideologie
und ihre jeweiligen Geister zum Sprechen, ob im Wedding oder
in Karl-Marx-City: Plattenbauwohnungen aus West und Ost treffen
aufeinander und werden zusammengesetzt zu einem neuen alten
Haus. Aber niemand weiß, wo welches Bauteil eigentlich
hingehört. Das ist unser Haus, dessen Montage wir lieben!
Um den hybriden Container herum und auf seinen Zimmerwänden
laufen jedenfalls schon lauter Filme, und einer davon heißt
Westler. 1985 dreht Wieland Speck fürs ZDF diese Liebesgeschichte
zwischen zwei Männern aus West- und Ostberlin, die im
Stadtraum beginnt, in den Blicken, im Umherschweifen, im sich-Annähern
und sich-Entfernen. So funktioniert sie, die Praxis des Cruising,
die den Raum in Bewegung bringt. Können wir, wenn wir
den Vorwendefilm nach der Wende nachstellen, etwas über
diesen Raum erfahren, den es nur versteckt gibt, als heimliche
Liebe?
Filmen wir so das Unfilmbare, und was wird das? Blick durch
eine illegale Super 8-Kamera in Gesichter und auf Straßen
und Häuser der DDR, darüber Synthesizermusik. Denn
im Osten darf man draußen nicht sprechen, auch nicht
für den Kameraton. Wie kann sie dann stattfinden, unsere
Liebe, und wo? Wir als Spione im Reich der Liebe, die Kamera
unter der Jacke versteckt. Und dann ab mit dem Film in den
Westen. Im Darkroom wird die Geschichte entwickelt. Bis es
westlicher nicht mehr geht.
[tonight, we ain’t gonna find our lover / tonight, we ain’t
gonna find our man]
Die Versteigerung von No. 36
Von: Jörg Albrecht (Konzept/Text), Matthias Grübel
(Musik), Janna Horstmann (Schauspiel), Steffen Klewar (Regie/Schauspiel),
Anna Maria Kribus (Assistenz/Kostüm), Wilma Renfordt
(Konzept/Dramaturgie), Sebastian Straub (Schauspiel), Sebastian
Thiers (Schauspiel), Jakob Walser (Schauspiel), Joachim Weber
(Video)
Spielzeit 2009/10, WestGermany,
Berlin
Premiere: 13. November 2009
Berlin, Herbst 2029. Das Kottbusser Tor ist tot, gestorben
an Kunst, Bohème und Kinderwagen, zuende gentrifiziert.
Oedipa Maas ist die Ex-Geliebte des Ex-Brennpunkts und muss
sein Testament vollstrecken. Aber was genau wünscht sich
das Kotti im Testament: Neubau oder Abriss oder Neubau oder
beides gleichzeitig? Oedipa trifft Häuser, Menschen und
Super 8-Filme. Und überall entdeckt sie einen Schriftzug:
w.a.s.t.e.
Welcome in der Paranoia Bar! Auf der Folie von Thomas Pynchons
Versteigerung von No. 49 fragen copy & waste: Was macht es
aus, das Kottbusser Tor? Warum kann hier nichts einfach mal
stehen bleiben? Wieso wuchern stattdessen immer wieder spontane
Bauten – und Bars? Konnte sich dieser Ort nie entscheiden,
ob er lieber Idealplanung sein will oder fortgeschrittener
Verfall? Wie kann heute und in Zukunft ein Stadtteil wie Kreuzberg
36 bewohnt werden, jenseits von Altbaufetisch und neu hingeklotzten
Betonmonstern?
Im WestGermany, das Westdeutschland im Namen wie im Herzen
trägt, laufen jetzt schon die Super 8-Projektoren, um
sie irgendwie darzustellen: die Realität eines Ortes,
an dem sich disparate Räume überlagern, durchkreuzen
und jedes Label gleich wieder konterkarieren. Und Hausbesetzer
und Bodenspekulanten landen am Ende, wo sie sicher nicht hinwollten:
in der Hall of Shame.
All das findet in einer einzigen Nacht statt. Die glamourösen
Gäste sind: Klaus Landowsky, Peter Joseph Lenné,
der Berliner Bär, Rio Reiser, Yana Yo, Michael Schanze,
Louis Le Coq, Klaus Wowereit, Georg von Rauch, Nick Trick
und die lustigen Häuser, Wachtmeister Hund [wie Katze],
Friedrich II., James Hobrecht, ein 160-köpfiger Gastarbeiter-Chor
und: viele andere!
Let’s waste Germany!
Eine Produktion von copy & waste in Kooperation mit dem
WestGermany.
Unterstützt aus Mitteln der Kulturförderung Friedrichshain-Kreuzberg.
Tri Tri Tripli
Trans Europa Exzess 1
Text: Jörg Albrecht, Regie: Steffen Klewar, Dramaturgie:
Wilma Renfordt, Raum/Kostüm: Nina Malotta & Nele
Wohlatz, Musik: Matthias Grübel, Licht: Jens Seiler
Mit: Nico Grüninger, Janna Horstmann, Silvia Medina,
Sebastian Thiers
Spielzeit 2009/10, Raum33,
Basel
Premiere: 10. September 2009
Explosion! Schweizerhalle brennt! Der vergiftete Rhein nährt
Killerpflanzen! Während wütende Basler Bürger
noch tote Fische auf Chemiebosse werfen, sehen die die Katastrophe
längst anders: Muss Kontamination schädlich sein?
Bedeutet fremder Einfluss nicht vor allem Bereicherung (vgl.
Hofmanns LSD)? Und: Bin ich kontaminiert, weil ich ab und
zu von Schweizer- zu Hochdeutsch wechsle?
Auch das B-Team, neu besetzt mit Deleuze/Guattari und den
übrigen postmodernen Verdächtigen, rückt an,
um an der Statik des europäischen Subjekts zu rütteln.
Inmitten alldessen fließt, blutrot aber unbeeindruckt,
der Rhein und trägt tote Fische und einigen diskursiven
waste quer durch Europa.
In „Tri Tri Tripli“ verschneiden wir Doku und
Fiction; das Leben in der trinationalen Region, TV-Reporte
von 1986, Killerpflanzen- und LSD-Filme kontaminieren einander,
verdichtet zur Frage: Wie kann ich meine eigene Identität
auch als fremde verstehen?
Berlin Ernstreuterplatz
Text: Jörg Albrecht, Regie: Steffen Klewar, Bühne:
Ben Baur, Kostüme: Friederike Donath, Musik: Matthias
Grübel, Video: Annika Hellmuth, Dramaturgie: Tobias Schuster,
Produktionsleitung: Wilma Renfordt
Mit: Elena García Gerlach, Janna Horstmann, Sebastian
Straub, Sebastian Thiers, Jakob Walser
Spielzeit 2008/09, Maxim Gorki Theater, Berlin
Premiere: 30. April 2009
Ein junges Filmteam will ihn endlich drehen, den ultimativen
neuen Berlin-Film! Anschließen an den großen Rainer
Werner Fassbinder und seine Berlin Alexanderplatz-Serie!
Drehort: der Ernst-Reuter-Platz. 90 Minuten Filmmaterial gibt
es, um einzutauchen in die Geschichte des Platzes und der
BRD, um hervorzuholen, was dort untot begraben liegt.
Im einen Moment Albert Speer, im nächsten Fassbinder,
dann ein Architekt der 50er – immer schneller wechseln
beim Dreh die Identitäten, bis sie ineinander fließen,
sich überlagern. Als die Filmrollen zur Neige gehen,
bröckelt der Gruppenzusammenhalt. Und Fragen nach der
Zukunft Berlins und der Berliner tauchen auf. Berlin Ernstreuterplatz verknüpft Fiktion mit
historischen Dokumenten zu einer Farce, die nach der Möglichkeit
von Utopien fragt.
ANDY GIRLS
Websoap
von: Jörg Albrecht, Bianca Bodmer, Karma Clarke-Davis,
Anvar Cukoski, Anna Graenzer, Janna Horstmann, Steffen Klewar,
Nadine Hefler, Wilma Renfordt, Nicolai Sinn, Sebastian Teutsch,
Sebastian Thiers, Christian Vonscheidt, Joachim Weber, Matthias
Znidarec
STEFFEN: Ich brauche irgendwie Ablenkung von diesem ganzen
Liebesthema.
SEBASTIAN: Aber das ist das Thema dieser Serie hier.
STEFFEN: Was? Ich dachte, das Thema wäre materielle,
soziale und kulturelle Heterogenität.
SEBASTIAN: Na ja, sag ich doch.
STEFFEN: Nein, sag ich doch. Ich sage: materielle, soziale
und kulturelle Heterogenität, deswegen setze ich mich
mit Architektur auseinander.
SEBASTIAN: Und mit Liebe.
STEFFEN: Mit Architektur und mit Liebe.
SEBASTIAN: Na also, dann hätten wir wenigstens das geklärt.
X Wohnungen Neukölln: Gropiopolis
Text: Jörg Albrecht, Regie: Steffen Klewar, Dramaturgie:
Wilma Renfordt, Musik/Audio: Matthias Grübel
Schauspiel: Janna Horstmann, Katarzyna Noga
Sprecher: Anna Graenzer, Patrick Güldenberg, Steffen
Klewar
Spielzeit 2007/08, Hebbel
am Ufer, Berlin
Premiere: 5. Juni 2008
Gropiopolis, Stadt der Superlative: höchstes Wohnhaus
Berlins, größtes Einkaufszentrum Berlins, berühmtestes
Drogenmädchen [na gut, das war in den 80ern]. Im November
1968, neun Monate, bevor Walter Gropius in den USA stirbt,
zieht Gisela Preußner ins neue Viertel Gropiusstadt.
Vierzig Jahre später ist sie immer noch hier. »Ein
Traum war das hier noch nie.« Jetzt sind Sie dran: Lernen
Sie Ihre Gebäude kennen! Lernen Sie Ihre Einwohner kennen!
Am besten jetzt gleich. Alles klar? Dann: los!
Eine Produktion von copy & waste für das Hebbel am
Ufer, Berlin.
Wir Kinder vom Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof)
Text: Jörg Albrecht, Regie: Steffen Klewar, Musik: Matthias
Grübel, Bühne: Ben Baur
Mit: Anna Graenzer, Janna Horstmann, Nils Kahnwald, Silvia
Medina
Spielzeit 2006/07, Maxim
Gorki Studio, Berlin; schauspielfrankfurt
Berlin hat sich inmitten einer Sand- und Asphaltwüste
eine neue Empfangshalle gebaut: den Hauptbahnhof. Nils, Janna,
Anna und Silvia sind seine ersten Kinder. Sein kathedralengleicher
Bauch voller glitzernder Waren heißt sie willkommen.
Berlin, das ist für sie zuerst einmal dieser Ort. Hier
kommen sie an, hierher kehren sie zurück. Hier sind sie
gefangen. Sie berichten von ihrem Leben, von ihrer Anlkunft,
von ihrem (Stecken-)Bleiben und ihrer Zukunft. Und sie erinnern
sich an ein anderes Bahnhofskind: Christiane F., teilen ihren
Rausch. Doch ihr "H" ist der funkelnde neue Hauptbahnhof
und seine Stadt.