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Die blauen Augen von Terence Hill
Von: Jörg Albrecht (Text), Susanne Berthold (Regieassistenz), Matthias Grübel (Musik), Nina Hofstötter (Produktion), Janna Horstmann (Schauspiel), Katja Kettner (Produktion), Steffen Klewar (Regie/Schauspiel), Katharina Oberegger (Ausstattungsassistenz), Caspar Pichner (Ausstattung), Ian Purnell (Video), Wilma Renfordt (Dramaturgie), Oliver Szewc (Technische Leitung), Sebastian Thiers (Schauspiel), Mathias Znidarec (Schauspiel)
Spielzeit 2011/2012, Hebbel am Ufer, Berlin, Steirischer Herbst, Graz, Theaterhaus Jena

Premiere: 12. Oktober 2011

Bud Spencer und Terence Hill sind wieder da. In den billigen Western-Kulissen eines Freizeitparks für Arbeitslose drehen sie ihren neuen Streifen. Dabei gilt wie gehabt: Prügeln, saufen, Bohnen fressen!
Zwanzig Jahre nach dem VHS-Genuss im Kinderzimmer lassen wir die Antihelden unserer Kindheit noch mal antreten, um gewieft großen Schurken und fiesen Bürokraten das Handwerk zu legen. Dem Standard von sozialverträglicher Unterversorgung und Überproduktion setzen wir den Entwurf einer anderen Welt entgegen. Unsere H4 World ist offen für solidarische Tricksereien und nachhaltige Verschwendung, für arkadisches Nichtstun und eine rastlos flexible Sozialität. Bud Spencers wirbelnde Fäuste machen es vor.
In einer Zeit, in der nur die verschwenden dürfen, die schon immer zu viel hatten, werfen Spencer und Hill virtuos alles über den Haufen. Aber sind die Western-Helden noch dagegen, oder ist ihr parasitäres Joint Venture von Superarm und Superreich bloß eine weitere Säule der neoliberal-flexiblen Wirtschaftsordnung?

Video-Mitschnitt

Programmheft


foren.de > Spencer-Hill, 23. September 2011 ff.
Tagesspiegel, 14. Oktober 2011
taz, 14. Oktober 2011
Berliner Zeitung, 14. Oktober 2011
Neues Deutschland, 14. Oktober 2011

Theater der Zeit, Januar 2012
Thüringer Landes-Zeitung, 20. Januar 2012
Ost-Thüringer Zeitung, 20. Januar 2012
Jena TV, 22. Januar 2012
Augustin, Januar 2012

WDR 3, 27. April 2012
Nachtkritik, 30. April 2012
Mannheimer Morgen, 2. Mai 2012

Koproduktion: steirischer herbst, HAU (Berlin), Theaterhaus Jena & uniT (Graz) Gefördert durch den: Hauptstadtkulturfonds & den Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten





Barbarellastrip
Von: Jörg Albrecht (Text), Matthias Grübel (Musik), Janna Horstmann (Schauspiel), Steffen Klewar (Regie/Schauspiel), Caspar Pichner (Bühne), Wilma Renfordt (Dramaturgie)
Spielzeit 2010/2011, Maxim Gorki Theater Berlin

Premiere: 21. März 2011

Auf in die Problemzonen! Ins Aerobic-Studio und in die dunkle Stadt Sogo, an die Front, nach Vietnam, Afghanistan, in den urbanen Einzelkampf. Jane Fonda [spärlich bekleidet] ist Barbarella ist Hanoi-Jane ist Karl-Theodor zu Guttenberg*, unermüdlich im Einsatz für knackige Rundungen, ein friedliches Universum und die Optimierung ihrer selbst. Aus der Ur-Tiefe des provinziellen Raums kommend [Kalifornien oder Franken] trainiert sie Körper, Kriege und Identitäten so lange, bis sie auch ungeschminkt ganz authentisch aussehen. Im art-biz! Im love-biz! Im war-biz!
Und auch Du kannst Dich fit machen! Komm in unseren Container, vor unseren Screen, zu unserem Workout und: Nimm die Dinge selbst in die Hand, bei unserem kleinen Crashkurs für Rekruten im Stadtraum des 21. Jahrhunderts! Also: Seien Sie einfach, wie Sie sind, und Sie werden so sein wie ich! Alright? Are you ready? [CLAP] Yeah. Let‘s go!

Eine Produktion von copy & waste für die Comic-Theater-Tage „Reality Kills“ des Maxim Gorki Theater Berlin. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

* Mehr Monarchie wagen!

Tagesspiegel, 25. Februar 2011
Berliner Zeitung, 23. März 2011
Neues Deutschland, 24. März 2011
RBB Stilbruch, 24. März 2011
Berliner Morgenpost, 24. März 2011

RBB Inforadio, 22. März 2011





ORLAC HAND OUT
Mission Invisible 1
Von: Jörg Albrecht (Text), Silke Bauer (Raum/Kostüm), Martin Dueller (Dramaturgie/Produktion), Matthias Grübel (Musik), Janna Horstmann (Schauspiel), Steffen Klewar (Regie/Schauspiel), Anna Rot (Schauspiel)
Spielzeit 2010/2011, Theater am Lend, Graz/Ringlokschuppen, Mülheim/Schauspielhaus Wien

P
remiere: 15. Dezember 2010

Ich bin um drei Uhr morgens aufgewacht und habe mich mit zwei neuen Händen gesehen. Und ich hatte Angst. Angst, ich könnte vom Raum um mich herum mit diesen Händen nichts greifen. Und dann lag ich wach bis zum Morgen, denn immer wenn ich die Augen schloß, hatte ich diese Hände. Es waren nicht meine. Nicht. Es waren nicht meine, aber ich weiß auch nicht, wem sie gehörten.
Eine Pressekonferenz: Die Regisseurin Doris Delay und ihre Crew sprechen über ihren neuen Film, ein Remake des Stummfilms Orlacs Hände von Robert Wiene. In dem verliert ein Pianist seine Hände und bekommt neue transplantiert – die eines Mörders. Daraufhin wird er hysterisch. Und auch die Pressekonferenz zum Remake verfällt der Hysterie: Produzenten, Kameraleute und Special Effects-Experten tauchen auf und ab. Franz Fuchs, die Sieben Millionen Dollar Frau und Mariah Carey sind auch dabei. Reale Geschichten von verlorenen Händen schießen zwischen die Fiktion, bis fact und fiction ununterscheidbar werden.
Überhaupt: Was ist das echte Leben, das uns aufgeschwatzt wird, in Reality-Formaten im Fernsehen und anderswo? Und was ist mit dem unechten Leben, wenn wir spielen, vor der Kamera? Ist das nur das Test Screening? Kommt, geht los, nennt meinen Namen, macht ihn bekannt, tragt die Reste dessen zusammen, was ich war. Wie schon Johnny Depp sagt als Edward mit den Scherenhänden: I’m not finished.
ORLAC HAND OUT versammelt alle möglichen Prothesen: künstliche Hände, Krücken, Rollstühle, Sexspielzeug und Kameras. Was macht die Grenzen aus, die entstehen, wenn Glieder amputiert, transplantiert oder ersetzt werden? Und warum ist Oscar Pistorius, Läufer aus Südafrika, mit Unterschenkeln aus Karbon, eher Technologie als Mensch, aber Lionel Messi, der Hormonspritzen bekam, um größer zu werden, nicht?
Hysterical glamour!

Eine Koproduktion von copy & waste, uniT Graz und Ringlokschuppen, Mülheim, gefördert durch: Stadt Graz, Land Steiermark und Österreichisches Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

Video-Mitschnitt

Theater heute, 4/2011
Falter, Januar 2011
Falter, 15. Dezember 2010
Kleine Zeitung, 14. Dezember 2010
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 19. September 2010
WDR 3, Mosaik




Guerilla Green Screen
Trans Europa Exzess 1b
Ein Hörspiel in 15 Minuten. Von und mit: Jörg Albrecht, Matthias Grübel, Janna Horstmann, Steffen Klewar, Wilma Renfordt
Spielzeit 2010/2011, Hebbel am Ufer, Berlin

Premiere: 13. November 2010

copy & waste stellen einen vertikalen Garten auf, als Green Screen. Davor: Uschi Obermaier, Andreas Baader und Bernward Vesper auf dem Horrortrip des 20. Jahrhunderts. Darin: dieselben Protagonisten, diesmal beim Workout im Guerillagarten. Narzissen für das Gut des Nazidichtervaters, Ziergärten auf Verkehrsinseln und Killerpflanzen im Kurs für Problemmigranten. So wollen sie sie bauen, die Stadt der Zukunft. Wer ist der größte Verbrecher? Der menschliche Guerillero oder der pflanzliche Architekt? Oder Yona Friedman, der sagt: Der Überlebensguerillero führt keinen Krieg gegen die Industriegesellschaft, er ignoriert sie und beschäftigt sich mit sich selbst.

Eine Produktion von copy & waste für das Festival "Zellen, Life Science - Urban Farming" am Hebbel am Ufer, Berlin.

Hörspiel-Stream





The Or Or Girls
Trans Europa Exzess 2
Von: Jörg Albrecht (Text), Matthias Grübel (Musik), Janna Horstmann (Schauspiel), Steffen Klewar (Regie), Caspar Pichner (Bühne), Wilma Renfordt (dramaturgische Mitarbeit), Tobias Schuster (Dramaturgie), Joachim Weber (Video)
Spielzeit 2009/2010, Festival UNITHEA, Frankfurt (Oder)

Premiere: 15. Juni 2010

Drei Kinos auf einmal werden eröffnet oder wiederbelebt: das Lichtspieltheater der Jugend in Frankfurt, das Kino Piast in Slubice und das Autokino Copyriot unter der Stadtbrücke, direkt an der Oder. Leider können wir uns mal wieder nicht entscheiden und sitzen in allen Kinos gleichzeitig und sehen eine Mischung aus drei Filmen.
Heraus kommt ein bizarrer Splatterfilm und Thriller: Gebäude in der deutsch-polnischen Grenzregion werden systematisch verstümmelt. Welcher kranke Killer steckt dahinter? Ein Privatdetektiv und eine Reporterin finden allerhand heraus: über die oberste Etage des Oderturms, über die Unbeständigkeit des Flusses und über Sextourismus in rotten Europe.
Der Trash-Kino-Klassiker The Gore Gore Girls wird zur Folie, vor der copy & waste lokale Architektur und europäische und globale Machtordnungen untersuchen. Machen sich die Städte in der Grenzregion so hübsch, um einander zu übertrumpfen, oder um sich zu daten? Leben wir alle nur in den Bildern, die wir von uns wollen, bis wir selbst diese Bilder sind? Und: Glaubt die Schauspielerin Janna Horstmann wirklich, dass sie Erika Steinbach ist? Der Splatter-Kapitalismus schlägt zu und eröffnet einen neuen Akt in der Tragödie der Sichtbarkeit. Keine Sorge, ihr seid schon mittendrin. In screaming color!

Eine Produktion von copy & waste für das Festival UNITHEA, Frankfurt (Oder)




WASTELER 1&2 - aus der Reihe: Das kleine Plattenspiel
Von: Jörg Albrecht (Text), Bernd Biemüller (Technik), Matthias Grübel (Musik), Janna Horstmann (Schauspiel), Steffen Klewar (Regie/Schauspiel), Caspar Pichner (Bühne), Wilma Renfordt (Dramaturgie), Torsten Schwarzbach (Technik), Nicolai Sinn (Assistenz), Sebastian Straub (Schauspiel), Joachim Weber (Video) & friends
Spielzeit 2009/2010, Plattenvereinigung, Berlin & Theater Chemnitz

Premiere WASTELER 1: 20. Mai 2010, Premiere WASTELER 2: 27. Mai 2010

"Unser Problem ist nicht die Mauer. Unser Problem sind die Männer."
(aus Wieland Specks Westler)

Das erste, was man sieht, sind Hochhäuser in L.A. Dabei sind wir doch eigentlich irgendwo im Herzen einer ostdeutschen Metropole, oder nein, ganz nah an der Mauer, aber in Westberlin. Da, wo Berlin am meisten Drehschreibe ist zwischen Ost und West. Und auf der dreht und dreht und dreht sich eine Platte: West of the wall, mit fünfundvierzig Umdrehungen pro Minute, und schon sind wir mittendrin im kleinen Plattenspiel.
Wir setzen sie fort, unsere Kunst des niederen Abschreibens! Abgeschrieben wird noch einmal aus einer ziemlich langen Geschichte mit Namen Berlin. Und aus der Geschichte von Alt- und Neubauten in Chemnitz, the city formerly known as Karl-Marx-Stadt. Es sind Gespenster, die uns verfolgen, mal in einer Untergrundbahn, die durch bewachtes Feindgebiet geistert, mal auf einem einst bevölkerten und jetzt ausgestorbenen DDR-Einkaufsboulevard.
Wasteler 1&2 bringt die Gebäude aus Beton und Ideologie und ihre jeweiligen Geister zum Sprechen, ob im Wedding oder in Karl-Marx-City: Plattenbauwohnungen aus West und Ost treffen aufeinander und werden zusammengesetzt zu einem neuen alten Haus. Aber niemand weiß, wo welches Bauteil eigentlich hingehört. Das ist unser Haus, dessen Montage wir lieben!
Um den hybriden Container herum und auf seinen Zimmerwänden laufen jedenfalls schon lauter Filme, und einer davon heißt Westler. 1985 dreht Wieland Speck fürs ZDF diese Liebesgeschichte zwischen zwei Männern aus West- und Ostberlin, die im Stadtraum beginnt, in den Blicken, im Umherschweifen, im sich-Annähern und sich-Entfernen. So funktioniert sie, die Praxis des Cruising, die den Raum in Bewegung bringt. Können wir, wenn wir den Vorwendefilm nach der Wende nachstellen, etwas über diesen Raum erfahren, den es nur versteckt gibt, als heimliche Liebe?
Filmen wir so das Unfilmbare, und was wird das? Blick durch eine illegale Super 8-Kamera in Gesichter und auf Straßen und Häuser der DDR, darüber Synthesizermusik. Denn im Osten darf man draußen nicht sprechen, auch nicht für den Kameraton. Wie kann sie dann stattfinden, unsere Liebe, und wo? Wir als Spione im Reich der Liebe, die Kamera unter der Jacke versteckt. Und dann ab mit dem Film in den Westen. Im Darkroom wird die Geschichte entwickelt. Bis es westlicher nicht mehr geht.

[tonight, we ain’t gonna find our lover / tonight, we ain’t gonna find our man]

WASTELER 1: Produktion von copy & waste in Kooperation mit dem Projekt "Plattenvereinigung", WASTELER 2: Produktion für das Festival "Chemnitz - schönste Blume des Ostens!"

Video-Mitschnitt Wasteler 1
Video-Mitschnitt Wasteler 2

Into Magazine, Juli/August 2010




Die Versteigerung von No. 36
Von: Jörg Albrecht (Konzept/Text), Matthias Grübel (Musik), Janna Horstmann (Schauspiel), Steffen Klewar (Regie/Schauspiel), Anna Maria Kribus (Assistenz/Kostüm), Wilma Renfordt (Konzept/Dramaturgie), Sebastian Straub (Schauspiel), Sebastian Thiers (Schauspiel), Jakob Walser (Schauspiel), Joachim Weber (Video)
Spielzeit 2009/10, WestGermany, Berlin

Premiere: 13. November 2009

Berlin, Herbst 2029. Das Kottbusser Tor ist tot, gestorben an Kunst, Bohème und Kinderwagen, zuende gentrifiziert. Oedipa Maas ist die Ex-Geliebte des Ex-Brennpunkts und muss sein Testament vollstrecken. Aber was genau wünscht sich das Kotti im Testament: Neubau oder Abriss oder Neubau oder beides gleichzeitig? Oedipa trifft Häuser, Menschen und Super 8-Filme. Und überall entdeckt sie einen Schriftzug: w.a.s.t.e.
Welcome in der Paranoia Bar! Auf der Folie von Thomas Pynchons Versteigerung von No. 49 fragen copy & waste: Was macht es aus, das Kottbusser Tor? Warum kann hier nichts einfach mal stehen bleiben? Wieso wuchern stattdessen immer wieder spontane Bauten – und Bars? Konnte sich dieser Ort nie entscheiden, ob er lieber Idealplanung sein will oder fortgeschrittener Verfall? Wie kann heute und in Zukunft ein Stadtteil wie Kreuzberg 36 bewohnt werden, jenseits von Altbaufetisch und neu hingeklotzten Betonmonstern?
Im WestGermany, das Westdeutschland im Namen wie im Herzen trägt, laufen jetzt schon die Super 8-Projektoren, um sie irgendwie darzustellen: die Realität eines Ortes, an dem sich disparate Räume überlagern, durchkreuzen und jedes Label gleich wieder konterkarieren. Und Hausbesetzer und Bodenspekulanten landen am Ende, wo sie sicher nicht hinwollten: in der Hall of Shame.
All das findet in einer einzigen Nacht statt. Die glamourösen Gäste sind: Klaus Landowsky, Peter Joseph Lenné, der Berliner Bär, Rio Reiser, Yana Yo, Michael Schanze, Louis Le Coq, Klaus Wowereit, Georg von Rauch, Nick Trick und die lustigen Häuser, Wachtmeister Hund [wie Katze], Friedrich II., James Hobrecht, ein 160-köpfiger Gastarbeiter-Chor und: viele andere!
Let’s waste Germany!

Eine Produktion von copy & waste in Kooperation mit dem WestGermany.
Unterstützt aus Mitteln der Kulturförderung Friedrichshain-Kreuzberg.

Video-Mitschnitt

taz, 23. November 2009
zitty, 3. Dezember 2009
Kultinger, März 2010




Tri Tri Tripli
Trans Europa Exzess 1
Text: Jörg Albrecht, Regie: Steffen Klewar, Dramaturgie: Wilma Renfordt, Raum/Kostüm: Nina Malotta & Nele Wohlatz, Musik: Matthias Grübel, Licht: Jens Seiler
Mit: Nico Grüninger, Janna Horstmann, Silvia Medina, Sebastian Thiers
Spielzeit 2009/10, Raum33, Basel

Premiere: 10. September 2009

Explosion! Schweizerhalle brennt! Der vergiftete Rhein nährt Killerpflanzen! Während wütende Basler Bürger noch tote Fische auf Chemiebosse werfen, sehen die die Katastrophe längst anders: Muss Kontamination schädlich sein? Bedeutet fremder Einfluss nicht vor allem Bereicherung (vgl. Hofmanns LSD)? Und: Bin ich kontaminiert, weil ich ab und zu von Schweizer- zu Hochdeutsch wechsle?
Auch das B-Team, neu besetzt mit Deleuze/Guattari und den übrigen postmodernen Verdächtigen, rückt an, um an der Statik des europäischen Subjekts zu rütteln. Inmitten alldessen fließt, blutrot aber unbeeindruckt, der Rhein und trägt tote Fische und einigen diskursiven waste quer durch Europa.
In „Tri Tri Tripli“ verschneiden wir Doku und Fiction; das Leben in der trinationalen Region, TV-Reporte von 1986, Killerpflanzen- und LSD-Filme kontaminieren einander, verdichtet zur Frage: Wie kann ich meine eigene Identität auch als fremde verstehen?

Eine Produktion von copy & waste für TREIBSTOFF 09 - Theatertage Basel.

Video-Mitschnitt

Basellandschaftliche Zeitung, 12. September 2009




Berlin Ernstreuterplatz
Text: Jörg Albrecht, Regie: Steffen Klewar, Bühne: Ben Baur, Kostüme: Friederike Donath, Musik: Matthias Grübel, Video: Annika Hellmuth, Dramaturgie: Tobias Schuster, Produktionsleitung: Wilma Renfordt
Mit: Elena García Gerlach, Janna Horstmann, Sebastian Straub, Sebastian Thiers, Jakob Walser
Spielzeit 2008/09, Maxim Gorki Theater, Berlin

Premiere: 30. April 2009

Ein junges Filmteam will ihn endlich drehen, den ultimativen neuen Berlin-Film! Anschließen an den großen Rainer Werner Fassbinder und seine Berlin Alexanderplatz-Serie! Drehort: der Ernst-Reuter-Platz. 90 Minuten Filmmaterial gibt es, um einzutauchen in die Geschichte des Platzes und der BRD, um hervorzuholen, was dort untot begraben liegt.
Im einen Moment Albert Speer, im nächsten Fassbinder, dann ein Architekt der 50er – immer schneller wechseln beim Dreh die Identitäten, bis sie ineinander fließen, sich überlagern. Als die Filmrollen zur Neige gehen, bröckelt der Gruppenzusammenhalt. Und Fragen nach der Zukunft Berlins und der Berliner tauchen auf.
Berlin Ernstreuterplatz verknüpft Fiktion mit historischen Dokumenten zu einer Farce, die nach der Möglichkeit von Utopien fragt.

Eine Produktion von copy & waste in Koproduktion mit dem Maxim Gorki Theater Berlin und uniT Graz.

Nachtkritik, 30. April 2009




ANDY GIRLS
Websoap
von: Jörg Albrecht, Bianca Bodmer, Karma Clarke-Davis, Anvar Cukoski, Anna Graenzer, Janna Horstmann, Steffen Klewar, Nadine Hefler, Wilma Renfordt, Nicolai Sinn, Sebastian Teutsch, Sebastian Thiers, Christian Vonscheidt, Joachim Weber, Matthias Znidarec

Ab März 2009 im www!

STEFFEN: Ich brauche irgendwie Ablenkung von diesem ganzen Liebesthema.
SEBASTIAN: Aber das ist das Thema dieser Serie hier.
STEFFEN: Was? Ich dachte, das Thema wäre materielle, soziale und kulturelle Heterogenität.
SEBASTIAN: Na ja, sag ich doch.
STEFFEN: Nein, sag ich doch. Ich sage: materielle, soziale und kulturelle Heterogenität, deswegen setze ich mich mit Architektur auseinander.
SEBASTIAN: Und mit Liebe.
STEFFEN: Mit Architektur und mit Liebe.
SEBASTIAN: Na also, dann hätten wir wenigstens das geklärt.

Eine Produktion von copy & waste, zu sehen im Blog von Jörg Albrecht auf szenen.nachtkritik.de und auf www.copyandwaste.de.

Trailer & Folgen 1-6




X Wohnungen Neukölln: Gropiopolis
Text: Jörg Albrecht, Regie: Steffen Klewar, Dramaturgie: Wilma Renfordt, Musik/Audio: Matthias Grübel
Schauspiel: Janna Horstmann, Katarzyna Noga
Sprecher: Anna Graenzer, Patrick Güldenberg, Steffen Klewar
Spielzeit 2007/08, Hebbel am Ufer, Berlin

Premiere: 5. Juni 2008

Gropiopolis, Stadt der Superlative: höchstes Wohnhaus Berlins, größtes Einkaufszentrum Berlins, berühmtestes Drogenmädchen [na gut, das war in den 80ern]. Im November 1968, neun Monate, bevor Walter Gropius in den USA stirbt, zieht Gisela Preußner ins neue Viertel Gropiusstadt. Vierzig Jahre später ist sie immer noch hier. »Ein Traum war das hier noch nie.« Jetzt sind Sie dran: Lernen Sie Ihre Gebäude kennen! Lernen Sie Ihre Einwohner kennen! Am besten jetzt gleich. Alles klar? Dann: los!

Eine Produktion von copy & waste für das Hebbel am Ufer, Berlin.

Video-Mitschnitt

Tagesspiegel, 7. Juni 2008
taz, 7. Juni 2008
Frankfurter Rundschau, 11. Juni 2008




Wir Kinder vom Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof)
Text: Jörg Albrecht, Regie: Steffen Klewar, Musik: Matthias Grübel, Bühne: Ben Baur
Mit: Anna Graenzer, Janna Horstmann, Nils Kahnwald, Silvia Medina
Spielzeit 2006/07, Maxim Gorki Studio, Berlin; schauspielfrankfurt

Berlin hat sich inmitten einer Sand- und Asphaltwüste eine neue Empfangshalle gebaut: den Hauptbahnhof. Nils, Janna, Anna und Silvia sind seine ersten Kinder. Sein kathedralengleicher Bauch voller glitzernder Waren heißt sie willkommen. Berlin, das ist für sie zuerst einmal dieser Ort. Hier kommen sie an, hierher kehren sie zurück. Hier sind sie gefangen. Sie berichten von ihrem Leben, von ihrer Anlkunft, von ihrem (Stecken-)Bleiben und ihrer Zukunft. Und sie erinnern sich an ein anderes Bahnhofskind: Christiane F., teilen ihren Rausch. Doch ihr "H" ist der funkelnde neue Hauptbahnhof und seine Stadt.