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Who the fuck is copy & waste?

(English version below!)

Es gibt Phasen, in denen wir auf einmal zusammen kraftvoll sind, sehr, sehr kraftvoll, obwohl wir einzeln total erschöpft sind, und dann die Phasen, in denen wir alle einzeln so vor Kraft strotzen, daß wir zusammen nur noch eine große Erschöpfung bilden, die nichts mehr kann.

copy & waste ist ein Theaterkollektiv mit Sitz in Berlin. Gegründet 2007 von Jörg Albrecht (Autor) und Steffen Klewar (Regisseur und Schauspieler), entwerfen copy & waste seitdem intermediale Theaterabende und Performances, in denen es um die Veränderung der Städte im 21. Jahrhundert geht, um die immer diffusere Grenze zwischen Fact und Fiction. Das Team besteht in wechselnden Konstellationen aus Schauspielern, Videokünstlern, Musikern/Sounddesignern, Bühnenbildnern, Dramaturgen und Arbeitern anderer Disziplinen.

Die Praxis, mit performativen Mitteln urbane Machtstrukturen zu untersuchen, hat zu verschiedenen Arbeitsweisen und ästhetischen Formaten geführt.

Einerseits inszenieren copy & waste immer wieder in der Black Box, versuchen, die Regeln städtischen Zusammenlebens in dieser konzentrierten Form ins Theater zurückzuholen; so entstanden nach der ersten gemeinsamen Arbeit 2007 Wir Kinder vom Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof) (100°-Festival, Maxim Gorki Theater Berlin, Schauspiel Frankfurt) etwa Berlin Ernstreuterplatz (2009, Maxim Gorki Theater Berlin, uniT Graz), Orlac Hand Out (2010, uniT Graz, Ringlokschuppen Ruhr), Die blauen Augen von Terence Hill (2011, Hebbel am Ufer, Steirischer Herbst, Theaterhaus Jena) oder Einsatz hinter der V.ierten Wand (Ringlokschuppen Ruhr 2013). 2013 hatte außerdem mit Barbarellapark ein Musical über Mobilität in neoliberalen Zeiten Premiere (Ringlokschuppen Ruhr, Theater Oberhausen).

In anderen Arbeiten geht die Gruppe in bereits genutzte Räume und erprobt dort die Konfrontation von Künstlichkeit und Realität. 2008 erarbeiteten copy & waste Gropiopolis über den Bau der Gropiusstadt für X Wohnungen Neukölln am HAU, 2009 im WestGermany in Kreuzberg Die Versteigerung von No. 36 über Wohnpraxis in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und 2010 entstand WASTELER 1 & 2 für ein Plattenbau-Projekt in der Peter-Behrens-Halle Berlin und für das Festival Chemnitz – schönste Blume des Ostens! am Theater Chemnitz. Beim Festival Männer in Garagen der Sophiensäle Berlin (2014) warben copy & waste in Rocky Cabinet die Zuschauer als  Mitglieder für ihren fiktiven Boxclub an. Für Knick-Knack To The Future | Ruckzuck in die Zukunft bauten copy & waste einen Concept Store, in dem sie Back To The Future-Produkte und teuren Kaffee verkauften und abends Zeitreisemeditationen anboten.

Seit 2012 entstanden außerdem Arbeiten, die versuchen, das Medium Hörspiel im theatralen und städtischen Raum neu zu denken: So produzierte die Gruppe im Rahmen des Dortmunder Theaterfestivals FAVORITEN 2012 die ortsspezifische Performance Cheap Throat über pornographisches Stadtmarketing. 2013 folgte Enid Blytons Geheimnis um den unsichtbaren Reichtum einer Gesellschaft, die nur sich will, eine Audio-Video-Installation mit Schauspieler und Hund. Und Ende 2014 zeigen copy & waste in Zusammenarbeit mit dem English Theatre Berlin | International Center for Performing Arts und dem NOrth Europe/WestGermany den performativen Audiowalk Nasty Peace am Kottbusser Tor in Kreuzberg, in dem es um Rendite durch Miete und Privatisierung von Wohnungsbau seit 1989 geht.

Neben den perfomativen Arbeiten drehten copy & waste die Websoap Andy Girls (2009) und den verspäteten Film zur Serie (ANDY GIRLS – Alles, was wir über Theater wissen, lernten wir vom Porno, 2013 im Rahmen der ThAEtermaschine von Interrobang an den Sophiensälen).

Von 2012 bis 2014 unternahmen copy & waste zusammen mit dem Ringlokschuppen Ruhr einen Modellversuch für ortsspezifisches Theater in einer sich auflösenden Region (im Rahmen des „Doppelpass“-Programms der KSB), in dessen Rahmen vier Produktionen Premiere hatten. Als Abschluß entstand 54. Stadt, ein Projekt von Ringlokschuppen Ruhr, Theater Oberhausen und Urbane Künste Ruhr, eine Theatertour, an der die Gruppen kainkollektiv, Invisible Playground, LIGNA und copy & waste beteiligt waren; neben der Produktion Anarchie in Ruhrstadt waren copy & waste für die Gesamtdramaturgie verantwortlich.

In den Jahren 2014-16 werden copy & waste im Rahmen der Konzeptionsförderung vom Fonds Darstellende Künste gefördert, 2015/16 außerdem durch die Basisförderung des Berliner Senats. In diesem Zeitraum entstehen drei Produktionen über die Abschaffung des öffentlichen Raums (PUBLIC SHOWDOWN).

Nach Nasty Peace hatte der zweite Teil der Trilogie im August 2015 Premiere: Knick-Knack To The Future | Ruckzuck in die Zukunft. Für dieses Projekt bauten copy & waste einen eigenen Concept Store, in dem sie Cupcakes, Cappuccino und Zeitreisen verkauften; letztere fanden in Form einer meditativen Performance statt, in der es um verschiedene Formen von Gentrifizierung weltweit ging. Filialen des Concept Stores entstanden in Berlin-Kreuzberg (zusammen mit dem English Theatre Berlin | IPAC), Mülheim/Ruhr (Koproduktion mit dem Ringlokschuppen Ruhr) und Graz (im Rahmen des steirischen herbst 2015 und in Kooperation mit uniT).

2016: Mit Who ya gonna call? Schlossbusters! eröffneten copy & waste im Frühjahr einen Vergnügungspark zum Berliner Stadtschloss starten (Koproduktion mit dem Ballhaus Ost). Und im Rahmen des Festivals FAVORITEN 2016 wird eine Arbeit im öffentlichen Raum Dortmunds entstehen: Fassbinder Fight Club.

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There are phases where together we are powerful all of a sudden, very, very powerful, even though we’re completely exhausted individually, and then there are phases where each one of us is so bursting with strength that together we can only form one big exhaustion that can’t do anything.

copy & waste is a performance collective residing in Berlin. Founded in 2007 by Jörg Albrecht (writer) and Steffen Klewar (director and actor), copy & waste have been creating trans-media theatre pieces and performances since then, always dealing with the change of cities in the 21st century, with the blurring boundaries between fact and fiction. The team – while adjusting its line-up to every project – consists of actors, video artists, musicians/sound designers, stage designers, dramaturgs and workers from other disciplines.

The concept of analyzing power in urban spaces by performative means has led to different ways of working and aesthetic forms.

One of copy & waste’s approaches ist to work in the black box in order to highlight rules of urban life in a highly concentrated form in the space of the theatre; after their first work Wir Kinder vom Hauptbahnhof (Lehrer Bahnhof) in 2007 (100°-Festival, Maxim Gorki Theater Berlin, Schauspiel Frankfurt), they developed among others Berlin Ernstreuterplatz (2009, Maxim Gorki Theater Berlin, uniT Graz), Orlac Hand Out (2010, uniT Graz, Ringlokschuppen Ruhr), Die blauen Augen von Terence Hill (2011, Hebbel am Ufer, Steirischer Herbst, Theaterhaus Jena) and Einsatz hinter der V.ierten Wand (Ringlokschuppen Ruhr 2013). 2013 they staged Barbarellapark, a musical about mobility in neoliberal times (Ringlokschuppen Ruhr, Theater Oberhausen).

In other productions the group enters spaces already used by others and challenges their reality by artificial means. For example, in 2008, copy & waste worked on Gropiopolis about the construction of Gropiusstadt for X Wohnungen Neukölln of HAU. In 2009, they produced Die Versteigerung von No. 36 in Kreuzberg’s West Germany about living in past, present and future. And in 2010, they came up with WASTELER 1 & 2 for an architectural project working with prefabricated buildings and for a festival at Theater Chemnitz. For the festival Männer in Garagen of Sophiensäle Berlin (2014), copy & waste recruited the audience as members of their fictional boxing club (Rocky Cabinet).

From 2012 on, the group has also produced pieces that try to rethink the audio-play as a spatial medium: For the Dortmund-based theatre festival FAVORITEN 2012, copy & waste created Cheap Throat, a site-specific performance speaking about a connection between pornography and city marketing. Following up in 2013 was Enid Blytons Geheimnis um den unsichtbaren Reichtum einer Gesellschaft, die nur sich will, an audio- installation with one actor and a dog. In late 2014, copy & waste present a performative audiowalk called Nasty Peace at Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg, addressing the topics of rising rents and privatization of public housing since 1989, in cooperation with English Theatre Berlin | International Center for Performing Arts and NOrth Europe/WestGermany.

Beside their performative work copy & waste have produced the web soap Andy Girls (2009) and, as a belated movie version of the series: ANDY GIRLS – Alles, was wir über Theater wissen, lernten wir vom Porno (2013, created for the project ThAEtermaschine of Interrobang, Sophiensäle Berlin).

From 2012 to 2014 copy & waste and Ringlokschuppen Ruhr initiated a major try-out of how to produce site-specific theatre in a shrinking region (the Ruhr area). This cooperation was funded by the German Federal Cultural Foundation in its program Doppelpass, meant to promote collaboration between performance groups and theatres. In this period, four pieces of copy & waste premiered at Ringlokschuppen Ruhr. As a final, they both staged, together with Urbane Künste Ruhr and Theater Oberhausen, a project called 54. Stadt, a theatrical tour with four performance groups (kainkollektiv, Invisible Playground, LIGNA, copy & waste); beside producing their piece Anarchie in Ruhrstadt, copy & waste were also responsible for creating the setting for the whole event.

From 2014 to 2016, copy & waste are funded by Fonds Darstellende Künste, in 2015 and 2016 additionally by the Senate of Berlin. In this period, the group will stage three productions about the abolition of public spaces (PUBLIC SHOWDOWN).

Following Nasty Peace, the second part of the trilogy premiered in August 2015: Knick-Knack To The Future | Ruckzuck in die Zukunft. For this project, copy & waste built a concept store where they sold Back To The Future-products as well as high-priced coffee and offered time travel to their clients; these took place in form of meditative performances which dealt with different kinds of gentrification world-wide. Branches of the concept store popped up in Berlin-Kreuzberg (co-production with English Theatre Berlin | IPAC), in Mülheim/Ruhr (co-produced with Ringlokschuppen Ruhr) and Graz (at steirischer herbst 2015, in cooperation with uniT Graz).

In spring of 2016, copy & waste opened up a theme park, concentrating on Berlin’s city castle (Who ya gonna call? Schlossbusters!, co-produced with Ballhaus Ost Berlin). And together with the festival FAVORITEN 2016 they will develop a performance in public space of the city of Dortmund: Fassbinder Fight Club.

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