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Orlac Hand Out

 

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Theater am Lend Graz, Ringlokschuppen Ruhr
Premiere: 15. Dezember 2010

Im Rahmen von FAVORITEN 2012 ausgezeichnet mit dem Preis des Landes NRW für besondere künstlerische Leistung. Verliehen durch das NRW Landesbüro Freie Kultur mit Mitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport Nordrhein-Westfalen. Ausgezeichnet mit der

Ich bin um drei Uhr morgens aufgewacht und habe mich mit zwei neuen Händen gesehen. Und ich hatte Angst. Angst, ich könnte vom Raum um mich herum mit diesen Händen nichts greifen. Und dann lag ich wach bis zum Morgen, denn immer wenn ich die Augen schloß, hatte ich diese Hände. Es waren nicht meine. Nicht. Es waren nicht meine, aber ich weiß auch nicht, wem sie gehörten.

Eine Pressekonferenz: Die Regisseurin Doris Delay und ihre Crew sprechen über ihren neuen Film, ein Remake des Stummfilms Orlacs Hände von Robert Wiene. In dem verliert ein Pianist seine Hände und bekommt neue transplantiert – die eines Mörders. Daraufhin wird er hysterisch. Und auch die Pressekonferenz zum Remake verfällt der Hysterie: Produzenten, Kameraleute und Special Effects-Experten tauchen auf und ab. Franz Fuchs, die Sieben Millionen Dollar Frau und Mariah Carey sind auch dabei. Reale Geschichten von verlorenen Händen schießen zwischen die Fiktion, bis fact und fiction ununterscheidbar werden.

Überhaupt: Was ist das echte Leben, das uns aufgeschwatzt wird, in Reality-Formaten im Fernsehen und anderswo? Und was ist mit dem unechten Leben, wenn wir spielen, vor der Kamera? Ist das nur das Test Screening? Kommt, geht los, nennt meinen Namen, macht ihn bekannt, tragt die Reste dessen zusammen, was ich war. Wie schon Johnny Depp sagt als Edward mit den Scherenhänden: I’m not finished.

ORLAC HAND OUT versammelt alle möglichen Prothesen: künstliche Hände, Krücken, Rollstühle, Sexspielzeug und Kameras. Was macht die Grenzen aus, die entstehen, wenn Glieder amputiert, transplantiert oder ersetzt werden? Und warum ist Oscar Pistorius, Läufer aus Südafrika, mit Unterschenkeln aus Karbon, eher Technologie als Mensch, aber Lionel Messi, der Hormonspritzen bekam, um größer zu werden, nicht?
Hysterical glamour!

Von: Jörg Albrecht (Text), Silke Bauer (Raum/Kostüm), Martin Dueller (Dramaturgie/Produktion), Matthias Grübel (Musik), Janna Horstmann (Schauspiel), Steffen Klewar (Regie/Schauspiel), Anna Rot (Schauspiel)

Eine Koproduktion von copy & waste, uniT Graz und Ringlokschuppen Ruhr, gefördert durch: Stadt Graz, Land Steiermark und Österreichisches Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.

(c) Ruth Rämbitsch
(c) Ruth Rämbitsch
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